Wissenschaftler an der japanischen Shiga-Universität in Otsu haben in einer Studie festgestellt, dass das Trinken von Oolong-Tee positive Auswirkungen auf die Haut von Menschen mit Neurodermitis hat. Die Hautregeneration des Patienten verbesserte sich nach dem Trinken von halbfermentiertem Tee teilweise schon nach wenigen Wochen deutlich. Wie ist das möglich?

In der Studie wurden 121 Patienten (Durchschnittsalter 24 Jahre; Altersspanne 16–58 Jahre) mit atopischer Dermatitis untersucht. Sie hatten mindestens sechs Monate lang in der Klinikambulanz eine Standardbehandlung (atopische Kortikosteroide, orale Antihistaminika und Vermeidung erschwerender Faktoren) erhalten. Es gab 20 leichte Fälle von atopischer Dermatitis, 74 mittelschwere Fälle und 27 schwere Fälle.

Drei mal Oolongtee am Tag

Sie wurden alle gemäß Studie angewiesen, Oolong-Tee zu trinken, indem sie einen 10-g-Teebeutel in 1000 ml kochendes Wasser gaben und 5 Minuten ziehen ließen. Diese Menge wurde dann in 3 gleiche Portionen aufgeteilt und portionsweise täglich nach 3 regulären Mahlzeiten getrunken.

Nach einem Monat Behandlung zeigten 74 (63 %) der 118 Patienten eine deutliche bis mäßige Verbesserung ihres Zustands. Die positive Wirkung wurde erstmals nach ein bis zwei Behandlungswochen festgestellt. Bei 64 Patienten (54 %) wurde nach 6 Monaten immer noch ein gutes Ansprechen auf die Behandlung beobachtet was soviel heisst wie dass bis zu 6 Monaten nach Beginn der Tee-Therapie noch positive Entwicklungen festgestellt wurden.

Die Schwere der Erkrankung hatte keinen Einfluss auf die klinische Reaktion. Die positive Wirkung wurde erstmals nach 1 oder 2 Behandlungswochen festgestellt. Während der gesamten Studie berichtete kein Patient über klinische Nebenwirkungen bei der körperlichen Untersuchung oder wies bei routinemäßigen Labortests Auffälligkeiten auf.

 
 
Quelle: https://jamanetwork.com/journals/jamadermatology/fullarticle/478168?resultClick=1

Kommentar der Studienleiter: Aufgrund dieser Ergebnisse erscheint es vernünftig anzunehmen, dass Oolong-Tee einen erheblichen Nutzen bei der Behandlung zumindest einiger Patienten mit widerspenstiger atopischer Dermatitis bietet. Leider, so die Wissenschaftler, sei das Verständnis der pharmakologischen Grundlage für die positive Wirkung von Oolong-Tee begrenzt. Tierversuche zeigten, dass die Polyphenolfraktion von Tee hauptsächlich für die Unterdrückung der passiven kutanen Anaphylaxie verantwortlich war und dass Epigallocatechingallat, ein Hauptbestandteil von Teepolyphenolen, die Kontaktüberempfindlichkeitsreaktion unterdrückte.

Studienleitung: Oolongtee wirkt bei Neurodermitis, warum ist nicht sicher

Die Leiter der Studie kamen daher zu dem Schluss, dass die therapeutische Wirksamkeit von Oolong-Tee bei atopischer Dermatitis durchaus möglich ist Dies könnte auf die antiallergischen Eigenschaften der Polyphenole im Tee zurückzuführen sein.

Oolong-Tee, auch schwarzer Drachentee genannt, ist eine fermentierte Teesorte zwischen grünem und schwarzem Tee.

Tee ist reich an gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen und enthält neben Mineralien und Vitaminen auch große Mengen sekundärer Pflanzenstoffe. Oolong-Tee hat einen würzigen Geschmack, der an reife Pfirsiche erinnert. Teekenner halten ihn für den Champagner unter den Tees. Der Teeguru empfiehlt den hervorragenden High-Mountain Oolong Tee der Teemarke „Vahdam“, die im Direktvertrieb eine vertrauenswürdige Quelle ist. Mehr zur Teemanufaktur „Vahdam“ gibt es bald hier auf teeguru.net.

Laut einem japanischen Wissenschaftler sind die gesundheitlichen Vorteile von Tee wahrscheinlich auf die darin enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe zurückzuführen. Zu dieser Gruppe gehören Polyphenole wie Epigallocatechingallat (EGCG), das auch bei Asthma positive Auswirkungen auf das Immunsystem hat und allergische Reaktionen verhindern kann.

Oolongtee kann viele Male aufgegossen werden und liebt es, seine Teeblätter in einer großen Kanne zu entfalten. Er entwickelt bei den verschiedenen Aufgüssen die unterschiedlichsten Aromen – von fruchtig über blumig. Ein feiner Teegenuss der geschmacklich zwischen Grünem und Schwarzen Tee einzuordnen ist.

Der Teeguru meint: Wenn bei 63 % der beteiligten Personen nach wenigen Wochen eine klare Verbesserung der Hautprobleme feststellbar waren und wenn es keine Nebenwirkungen im gesamten Zeitraum gab, gibt es nichts zu verlieren und nur zu gewinnen. Als geplagter Neurodermitispatient sollte man auf jeden Fall die Oolong-Karte ziehen. Und vielleicht entwickelt sich daraus ja mehr als nur ein medizinisches Verhältnis zueinander. Und wer sich nicht für den klassischen Weg begeistern kann, dem empfiehlt der Teeguru die Cold-Brew-Zubereitung. Dabei entfaltet der Oolong seine ganze Geschmacksvielfalt.

Quelle:

https://jamanetwork.com/journals/jamadermatology/fullarticle/478168?resultClick=1

5 1 vote
Article Rating
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
0 Comments
Inline Feedbacks
View all comments
0
Would love your thoughts, please comment.x
de_DEDeutsch
Nach oben scrollen