„Cold Brew Tee“ Teil 1: Die Kunst des Geschmacks ohne bitteren Beigeschmack

Tee revolutioniert sich gerade und findet einen neuen, coolen Weg – Cold Brew Tee. Du kennst vielleicht schon die Vielfalt an Eistee-Rezepten, aber was ist mit der aufregenden Welt des kalt aufgebrühten Tees? Falls das für dich so ähnlich wie bis vor einigen Monaten für den Teeguru noch Neuland ist, wird es höchste Zeit, denn Cold Brew Tee verspricht ein einzigartiges Geschmackserlebnis. Kannst du dir nicht vorstellen? Der Teeguru erklärt dir, warum das eine echte Entdeckung ist und wie du dir diesen Trend in deine Tasse holst. Heute Teil 1 mit speziellen Cold Brew Tees.

“Cold Brew” heißt übersetzt so viel wie “kalt gebraut”. Kaffee-Fans sind diesem Trend schon länger verfallen, und inzwischen ist er auch in der Teewelt angekommen – und zwar mit doppelter Teppichfluggeschwindigkeit. Zwar gibt es derzeit noch keine spezifischen Daten zu Marktanteilen von Cold Brew Tees in Deutschland oder international. Die Popularität von Cold Brew Getränken hat jedoch in den letzten Jahren zugenommen, insbesondere in urbanen Gebieten und unter Verbrauchern, die nach erfrischenden und innovativen Getränkeoptionen suchen.

Die Idee hinter kaltem Tee ist eng mit der traditionellen Zubereitung von “Sun Teas” verknüpft. Hierbei kommen Teeblätter in kaltes Wasser und dürfen dann ein paar Stunden in der Sonne ziehen.

Die Zubereitung von Sun Tea ist einfach: Man nimmt eine Glasflasche oder ein Gefäß, fügt Teeblätter hinzu und setzt das Gefäß in die Sonne. Die Sonnenstrahlen erwärmen das Wasser und lassen die Teeblätter allmählich ihre Aromen freisetzen. Dieser Prozess dauert in der Regel mehrere Stunden, je nach gewünschter Intensität des Geschmacks. Die Sonnenwärme ermöglicht eine langsame Extraktion der Aromen aus den Teeblättern, was zu einem milden und erfrischenden Aufguss führt.

Die Japaner nennen das Ganze übrigens “Mizudashi” – wobei “Mizu” für “Wasser” und “Dashi” für “Aufguss” steht.

Nicht alle Tees sind Cold Brew Tees

Es gibt natürlich einen sinnvollen Grund dafür, dass Kräuter-, Rooibos- oder Früchtetees normalerweise zuerst mit heißem Wasser übergossen und eine Weile ziehen gelassen werden, bevor sie genossen werden können. Diese uns allseits bekannten Teesorten werden nach der Ernte lediglich getrocknet und während des gesamten Verarbeitungsprozesses keiner hohen Hitze ausgesetzt. Dadurch könnten Bakterien, Keime oder Schimmelpilze an den Tee haften bleiben. Wenn der Tee dann nur mit kaltem Wasser aufgegossen wird, könnte er insbesondere für kleine Kinder und kranke Menschen ein Gesundheitsrisiko darstellen. Durch das Aufbrühen des Tees hingegen tötet das heiße Wasser in Verbindung mit der Ziehzeit mögliche Erreger ab.

Cold Brew -Tee separat gekennzeichnet

Auch der in jeder Hinsicht warm bevorzugende Teeguru dachte im ersten Moment an Blasphemie. Aber keine Sorge: Dein Tee hat damit garkeine Probleme – vorausgesetzt, du wählst den richtigen. Speziell für Cold Brew geeigneter Tee entfaltet seine Aromen nämlich auch in kaltem Wasser vollständig, denn bei niedrigen Temperaturen lösen sich Bitterstoffe nur langsam. So haben die Aromen genug Zeit, sich in deiner Tasse zu entfalten.

Entscheidend ist also, dass der Tee bei der Herstellung bereits erhitzt wurde. So werden Keime und Bakterien abgetötet, und du kannst ihn ohne Bedenken auch kalt aufgegossen trinken. Die Verpackung gibt dir Auskunft darüber, ob ein Tee ausdrücklich als Cold Brew Tee geeignet und damit sicher ist. Bei allen anderen Sorten lieber bei der guten, alten Zubereitungsmethode bleiben, die wir alle kennen und lieben.

Cold Brew Tee gegen Eistee – wo liegt der Unterschied?

Man könnte vermuten, dass Cold Brew Tee einfach nur Eistee ist und nichts Neues. Das ist nur teilweise richtig, aber die Zubereitung von klassischem Eistee und Cold Brew Tee unterscheidet sich erheblich.

Eistee wird in der Regel aus Schwarztee gemacht, der mit heißem Wasser aufgebrüht und dann im Kühlschrank gekühlt wird. Oder du schüttest den bereits gezogenen Tee direkt über Eiswürfel zum Abkühlen.

Cold Brew Tee kann dagegen auch auf Früchte- oder Kräutertee basieren. Hier wird er direkt mit kaltem Wasser übergossen und muss dann mehrere Stunden ziehen. Die Aromen brauchen einfach Zeit, um ins Wasser zu gelangen. Das Phänomen kennen wir auch aus der Küche: Warme Gerichte duften intensiver als kalte, aber kalte haben einen intensiveren Geschmack.

Bei Eistee kann der Geschmack so stark sein, dass er mit Zucker und Zitrone gemildert werden muss. Cold Brew Tee benötigt das nicht, da weniger Koffein und Tannin ins Getränk gelangen. Daher schmeckt er sanfter, kommt ohne Süßungsmittel aus und ist perfekt als erfrischendes Sommergetränk ohne zusätzlichen Zucker!

Aber kann man wirklich jeden Tee einfach kalt aufgießen? Nein, das funktioniert leider nicht. Entscheidend ist, dass der Tee bei der Herstellung bereits erhitzt wurde. So werden Keime und Bakterien abgetötet, und du kannst ihn ohne Bedenken auch kalt aufgegossen trinken. Die Verpackung gibt dir Auskunft darüber, ob ein Tee ausdrücklich als Cold Brew Tee geeignet und damit sicher ist.

Tee zum kalt aufgießen gibt es sowohl in Beuteln als auch als losen Tee. Aber was ist besser? Wie so oft kommt es auf deine persönlichen Vorlieben an.

Fertige Teemischungen verkürzen die Ziehzeit

Es gibt inzwischen speziell entwickelte Teemischungen für Kaltaufgüsse von renommierten Herstellern wie Milford und Teekanne. Diese bieten nicht nur klassische sommerliche Eisteesorten wie Pfirsich und Zitrone an, sondern auch eine Vielzahl anderer Geschmacksrichtungen, die sich perfekt zum Kaltbrauen eignen. Dazu gehören Sorten wie Holunderblüte-Limette, Himbeere-Kirsche, Melone oder Orange-Pfirsich. Teekanne hat sein “frio”-Tee-Sortiment um Geschmacksrichtungen wie Limette-Minze, Pfirsich-Maracuja, Himbeere-Zitrone und Erdbeere-Orange erweitert.

Besonders interessant ist, dass diese Sorten nicht stundenlang ziehen müssen wie bei der regulären Cold-Brew-Methode, sondern bereits nach fünf bis acht Minuten Ziehzeit trinkfertig sind. Dies wird durch eine innovative Verarbeitung der Teeblätter ermöglicht. Kalter Tee im Beutel ist also schon perfekt dosiert. Außerdem kannst du den Beutel direkt ins Glas, in die Karaffe oder den To-go-Becher geben – du musst keine losen Blätter filtern. Eine gute Option für den ersten Einstieg ins „Kaltbrauen“.

Wer danach richtig Lust bekommen hat, kann das Ganze dann auch hochprofessionell ausprobieren. Geschmacklich besonders empfehlenswert ist der Cold Brew Früchtetee Pfirsich Kaltaufguß” von Floragold, den es auch in fünf weiteren Geaschmacksrichtungen gibt. Wer lieber die Grünteevariante bevorzugt, greift zum “Cold Brew Tee Green Splash” von tea exclusive

 

Wenn du dich für losen Tee entscheidest, kann dir eine spezielle Cold Brew Tee-Flasche bei der Zubereitung helfen. Durch das integrierte Teesieb an der Öffnung wird das Aufbrühen und Eingießen des Tees erleichtert. “Cold Drip”-Flaschen lassen das kalte Wasser sogar Tropfen für Tropfen durch die Teeblätter laufen – eine besonders schonende Methode der Zubereitung, die dem Teeguru nebenbei zu einem neuen Hobby verholfen hat: Das echte „Kaltbrauen“ mit Ruhe und Qualitätssinn – eine echte Empfehlung für Teeliebhaber, die nichts von „Convenient“ oder „toGo“ halten. Genau darüber reden wir im 2. Teil der Serie zu den Cold Brew Tees. Tee ist eben auch hier so wunderbar vielfältig wie das Leben selbst, findet euer Teeguru.

 
 
 
0 0 votes
Article Rating
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
1 Comment
Inline Feedbacks
View all comments
Sarah
4 Monate zuvor

Cold Brew Tee? Das klingt ja echt spannend! Ich hab zwar schon davon gehört, aber deine Infos haben mich wirklich neugierig gemacht. Die Vorstellung, sanfte Aromen durch kaltes Aufbrühen zu bekommen, ist echt verlockend. Besonders cool finde ich, dass es sogar Teemischungen gibt, die schon nach kurzer Zeit trinkfertig sind – perfekt für jemanden wie mich, der immer in Eile ist, aber trotzdem guten Tee genießen möchte.
Und die Sache mit der geringeren Bitterkeit im Vergleich zu normalem Eistee ohne Zuckerzusatz? Klingt echt vielversprechend! Bin gespannt, mehr darüber zu erfahren, welche Tees sich dafür eignen. Danke für den Einblick, ich freu mich auf den nächsten Teil deiner Serie!

1
0
Would love your thoughts, please comment.x
de_DEDeutsch
Nach oben scrollen