Welche Teesorte steckt eigentlich in der leckeren Teewurst, fragt sich der Teeguru? Ist die legendäre, aromatische Teewurst vielleicht eine Erfindung der Briten, um die Fahrt mit der East India Company in die Kolonien im 19. Jahrhundert zu überleben? Wurden vielleicht einst Teereserven in Därmen über die Meere geschmuggelt, um der Steuer zu entgehen? Oder wurde die Teewurst einst in Amerika erfunden, um den Teegeschmack auch aufs Brot zu bringen so wie Thomas Sullivan den Teebeutel erfunden hat, nur weil er Teeproben billiger in Seidenbeuteln als in Kisten verschicken wollte?

Was steckt denn eigentlich drin in so einer Teewurst? Es gibt in grober und feiner Ausführung. Und es handelt sich um eine streichfähige Rohwurst, bei deren Herstellung Schweinefleisch und Speck im Verhältnis 2:1 im Fleischwolf gewolft, gewürzt und im Darm über Buchenholz geräuchert werden. Der typische Teewurstgeschmack bildet sich durch die Milchsäuregärung während der etwa sieben- bis zehntägigen Reifezeit. Die hohe Streichfähigkeit der Wurst lässt sich laut EDEKA vor allen durch ihren Fettanteil von etwa 30 bis 40 Prozent zurückführen.

Nicht zu verwechseln mit einer Leberwurst. Denn Teewurst ist eine Rohwurstsorte, die geräuchert wurde, während Leberwurst eine Kochwurst ist, da diese bei der Herstellung wiederum gekocht wurde. Bei der Herstellung von Teewurst werden in der Regel Schweine- und Rindfleischsorten im rohen Zustand fein zerkleinert und mit einer Gewürzmischung vermengt. Aber keine Spur von Tee. Weder als Zusatzstoff noch im Rahmen der Geschmacksfindung. Aber warum dann der Name?

Zuerst produziert wurde diese Wurstvariante seit 1834 im Ort Rügenwalde in Hinterpommern, dem heutigen Darlowo in Polen. Tatsächlich war Tee leider wirklich nie Zutat der Teewurst. Der Name geht vielmehr auf eine Begebenheit im hinterpommerschen Rügenwalde (dem heutigen Darlowo in Polen) zurück, wo die Teewurst erfunden wurde. Die Frau des Fleischwarenfabrikanten Georg Wilhelm Heinrich Schmidthals brachte das Rezept mit in die Ehe. Weil die leckere Wurst von den Eheleuten nachmittags immer zusammen mit Tee genossen wurde, erhielt sie den Namen Teewurst. Übrigens wird Teewurst bis heute ausschließlich in Deutschland produziert!

Nach dem Zweiten Weltkrieg brachten die aus der Region geflohenen Wurstfabrikanten das Teewurstrezept in die Bundesrepublik.

Die genaue Herkunft des Namens Teewurst ist heute leider nicht mehr nachzuverfolgen, aber die Theorie aus Rügenwalde scheint mir nicht unlogisch. Nach einer weiteren Überlieferung sollte die Bezeichnung „Teewurst“ auch an den englischen Brauch des Afternoon Tea erinnern, zu dem nicht nur Süßes, sondern auch kleine Appetithäppchen und Sandwiches, die berühmten Scones, mit deftigen Belegen gereicht werden. Das erscheint mir dann aber doch weiter hergeholt.

Teewurst typisch deutsche Wurst

Teewurst wird bei der Herstellung zwar gepökelt, geräuchert und fermentiert, aber nicht ausreichend erhitzt. Das bietet Krankheitserregern wie Salmonellen, Listerien und Toxoplasmen die Chance, sich anzusiedeln und zu vermehren. Deswegen besteht für Schwangere bei einer Salmonelleninfektion in der Schwangerschaft das Risiko einer Frühgeburt. Eine Erstinfektion der Mutter mit Toxoplasmose in der Frühschwangerschaft kann sogar zu einer Fehlgeburt führen. Deswegen Finger weg von einer Rohwurst in der Schwangerschaft, wie es die Teewurst nun einmal ist. Und wenn das Kind da ist, kann zumindest Mama wieder zuschlagen.

Vegane Alternativen leider auch ohne Tee

Und wenn sie zu den Verfechtern einer veganen Ernährung zählen und ihnen möglicherweise wie Anke Engelke ohne Teewurst etwas fehlt , dann gibt es zwischenzeitlich für sie ebenfalls Abhilfe. “Hedi” stellt eine- nach Aussagen von Testpersoneninteressante Alternative in ihre Regale, die eine Ernährungsalternative sein könnte.

 Aber auch hier gilt leider: Kein Tee inside! Dabei hätte man doch gerade für die fleischlose Zielgruppe mal was Neues ausprobieren können, denkt sich euer Teeguru. Der bei seiner nächsten Teereise mit dem fliegenden Teppich einmal Halt in Rügenwald machen wird, um das mit den Teewursterfindern zu besprechen.

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