Passionierte Teetrinker wie der Teeguru fragen sich oft, ob der Anteil an Koffein, das ja bekanntermaßen im Tee als Teein bezeichnet wird- bei dauerhaftem Teegenuß verschiedener Teesorten nicht zu hoch ist. Deshalb hat er sich auf die Suche nach Vergleichswerten gemacht. Denn wer kann schon seriös wissen, welcher Tee etwa welche Menge an Koffein enthält. Und dann sollte man auch vergleichen können mit anderen Getränken, die sonst noch am Markt getrunken werden. Ein Freiflug durch die Welt des Koffeins mit dem Teeguru und einigen Überraschungen. Wieviel deines Lieblingstees solltest du maximal trinken?

Der Koffeingehalt unseres Lieblingsgetränks ist nicht so offensichtlich, wie du es vielleicht denkst. Kaffee, Tee, Yerba Mate und Schokolade zum Beispiel enthalten von Natur aus alle unterschiedliche Mengen an Koffein. Im Vergleich dazu sind Cola und Energy-Drinks bestimmte Mengen an Koffein zugesetzt, sodass man leichter erkennen kann, wie viel Koffein in ihnen enthalten ist.

Koffein wird in Milligramm (mg) gemessen. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) stuft für einen durchschnittlichen, gesunden Erwachsenen 400 Milligramm Koffein über den Tag verteilt als unbedenklich ein.

Also wieviel darf der leidenschaftliche Teetrinker an Tassen dafür davon am Tag konsumieren laut Behörde? Zuerst einmal gibt es viele Faktoren, die den Koffeingehalt im Tee beeinflussen, darunter Brühzeit, Brühtemperatur und Teesorte.

Koffein – unterschiedliche Wirkungsweisen

 Das Verhältnis von Koffein und Gerbstoffen entscheidet, wie schnell das Koffein von uns verarbeitet wird. Das liegt daran, dass die Gerbstoffe das Koffein binden und es wiederum in unserem Darm erst aufgespalten werden muss, bevor es von unserem Körper aufgenommen wird.

Koffein wird bereits nach 2-3 Minuten komplett ans Wasser abgegeben, Gerbstoffe benötigen eine längere Ziehdauer. Bei einer kürzeren Ziehdauer überwiegt also der Anteil von Koffein gegenüber den Gerbstoffen. Ein geringer Anteil Gerbstoffe führt zu weniger gebundenem Koffein und dadurch wiederum zu einer schnelleren Aufnahme und einem verstärkt belebenden Gefühl.

Längere Ziehzeiten hingegen führen zu einem ausgeglichenen Verhältnis der beiden Inhaltsstoffe. Dann braucht das Koffein länger, um von unserem Körper aufgenommen zu werden. Ein höherer Anteil Gerbstoffe führt also zu einem weniger stark wachmachenden Effekt. Der Koffeingehalt im schwarzen Tee bleibt jedoch auch bei langer Ziehdauer gleich hoch und kommt lediglich über einen längeren Zeitraum zur Entfaltung.

Aufgüsse oder Kräutertees sind normalerweise koffeinfrei. Ebenso haben Tees, die mit anderen Zutaten gemischt werden (z. Bgrüner Minztee oder Masala Chai), oft einen geringeren Koffeingehalt als ungemischte Tees.

Die meisten Studien zeigen, dass schwarzer Tee zwischen 40 und 120 mg Koffein pro 250 ml-Glas enthält. Entkoffeinierter schwarzer Tee enthält normalerweise etwa 2 bis 10 mg Koffein.

Grüner Tee enthält normalerweise etwa 25 Milligramm Koffein pro 250 ml-Glas. Es ist etwa die Hälfte der Koffeinmenge, die in einer typischen Tasse schwarzem Tee enthalten ist, und ein Viertel der Menge, die in einer typischen Tasse Kaffee enthalten ist.

Die folgenden Informationen stammen von Bruce Richardson, der maßgeblich dazu beigetragen hat, Koffein-Mythen rund um den Tee zu entlarven. Jede 200 ml- Tasse Tee wurde drei Minuten lang gezogen:

     Assam-Schwarztee (FTGFOP-Qualität): 86 mg

     Pai Mu Dan / Weißer Tee aus China: 75 mg

     Chinesischer Oolong: 37 mg

     Darjeeling-Tee: 56 mg

     Indischer grüner Tee: 59 mg

     Kenianischer Grüntee: 58 mg

     Ceylon-Schwarztee (OP-Qualität): 58 mg

Koffein in Eistees

Je nachdem, wie Sie hausgemachten Eistee zubereiten, enthält er unterschiedliche Mengen an Koffein. Eistees enthalten jedoch oft eine ähnliche Menge Koffein wie heiße Tees. Echte Eistees (Eistees aus koffeinhaltiger Camellia sinensis) enthalten Koffein. Koffeinfreier Eiskräutertee wird aus Rooibos, Kamille und anderen koffeinfreien Kräutern hergestellt.

Erwarten Sie diese Koffeinwerte für andere gängige Eistees:

  Lipton Zitronen-Eistee: 7 mg pro 350 ml

  Nestea-Eistee: 26 mg pro 350 ml

 Instant-Eistee-Mischung: 27 mg Koffein pro Teelöffel Mischung

Koffein im Kaffee

Frisch gebrühter Arabica-Kaffee (180 ml): 80 bis 130 mg (oft etwa 110 mg)

Frisch gebrühter Robusta-Kaffee (180 ml): 140 bis 200 mg

Frische Excelsa/Arabica-Kaffeemischung mit wenig Koffeingehalt (180 ml): 40 bis 60 mg

 Frisch gebrühter entkoffeinierter Kaffee (240 ml): 2 bis 12 mg

 Instantkaffee (240 ml): 27 bis 173 mg (oft etwa 65 bis 90 mg)

 Instant entkoffeinierter Kaffee (240 ml): 2 bis 12 mg

Koffein im Espresso

  Espresso : 29 bis 100 mg (oft etwa 75 mg)

  Doppelter  Espresso: 58 bis 185 mg (oft um die 150 mg)

  Entkoffeinierter Espresso: etwa 8 mg

  Doppelter  Entkoffeinierter Espresso: ca. 16 mg

  Nespresso-Espressokapsel: 55 bis 65 mg

  Nespresso Lungo-Kapsel: 77 bis 89 mg

Koffein in Cola und Limonaden

Die unten aufgeführten Koffeinmengen gelten für etwa 250 ml-Getränke. Sie sind in absteigender Reihenfolge:

  Pepsi Zero Sugar: 69 mg

  Pepsi-Cola 37,5 mg

  Mountain Dew 37 mg

  Pepsi light: 36 mg

  Coca-Cola Zero: 35 mg

  Coca-Cola Classic / Cherry Coke / Lemon Coke / Vanilla Coke: 34 mg

  Cola light: 30,4 mg

Zu den koffeinfreien Limonaden gehören 7-Up, Sprite und Fanta (alle Geschmacksrichtungen).

Koffein in Energy Drinks

Energy-Drinks haben einen hohen Koffeingehalt, manche sind sogar sehr konzentriert.

  Monster Energy (500 ml): 160 mg

  Red Bull (250 ml): 80 mg

Koffein in Schokolade und Schokoladengetränken

  Heiße Schokolade und heißer Kakao (250 ml): 10 bis 70 mg

Koffein in anderen Getränken

  Viele gemischte Yerba Mates (250 ml): 20 bis 35 mg

  Teebeutel Yerba Mate (einer pro 250 ml): 35 bis 50 mg

  Lose Blatt-Yerba Mate (1 bis 2 Esslöffel in 250 ml): 85 mg

Koffeinfreie Kräutertees

Gerstentee, Kümmel-Tee, Kardamom-Tee, Kamillentee, Zimtaufguss, Fencheltee, französischer Eisenkrauttee (Zitronenverbene), Ingwer, Kräuter-Chai, Hibiskus, Lavendel, Zitronenmelisse, Zitronenwasser, Zitronengras, Minze (Pfefferminze, grüne Minze usw., aber keine marokkanische Minze, die typischerweise grünen Tee und damit Koffein enthält), Himbeerblatt, Rooibos, Salbei, Estragon, Thymian.

Wenn man die Zahlen aggregiert, also miteinander vergleichbar macht, und die unterschiedlichen Teesorten und Produkte nebeneinander stellt, kommt man zu interessanten Ergebnissen.

Bei unseren geliebten Tees ist Schwarztee am koffeinhaltigsten. Mit ihm könnten wir gemäß Behördenempfehlung etwa fünf grosse Tassen Tee am Tag trinken, etwa einen Liter gesamt. Nicht besonders viel für passionierte Schwarzteetrinker. Und Ostfriesen oder Engländer würden da nur müde lachen. Sie überleben offensichtlich auch dauerhaft höheren Konsum. Vielleicht hilft dabei die Milch im Tee. Hierzu liegen keine Erkenntnisse seitens der Wissenschaft vor.

Beim Grüntee wären schon sechs bis sieben große Tassen möglich, insgesamt 1,3 Liter. Mit etwa zwei Litern wäre Oolong Tee eine gute Alternative, wenn man viel Tee am Tag trinken möchte.

Immerhin kann man sagen, dass Kaffeetrinker noch deutlich zurückhaltender konsumieren müssten, wenn sie die Höchstmengen an empfohlenen Koffein einhalten wollen. Mehr als 2-3 Tassen Kaffee oder 630 ml sind nicht drin. Oder man verteilt sich den Tag über etwa 5 Espresso.

Bei den Softgetränken und Energiegetränken würde ein dauerhaft grenzwertiger Konsum sicher eher zu Diabetes führen als zu einem Koffeinschock. Drei Liter Cola, 1,25 Liter Monster oder Red Bull wären koffeintechnisch denkbar, aber gesundheitlich sicher nicht empfehlenswert. Auch 2,5 Liter heiße Schokolade sind sicher am Tag zu viel, sodass das Koffein hier eher zweitrangig einzuschätzen ist.

Der Teeguru meint:

Was bleibt am Ende für uns Liebhaber des Tees? Vielleicht die Erkenntnis, dass wir die 1-2 Liter Tee, die in etwa im Schnitt bei den verschiedenen Sorten koffeintechnisch im Rahmen des „behördlich empfohlenen“ sind, umso mehr genießen sollten. Oder die schadenfrohe Erkenntnis, dass die kaffeetrinkenden Freunde eher noch mehr Maß halten müssen wie wir Teeliebhaber?  Aber vielleicht ist es ja auch die dritte Erkenntnis: Das Zahlen, die als Durchschnittswert und Empfehlung von einer Behörde errechnet werden, niemals für alle gelten und wir uns alle besser auf unseren gesunden Menschenverstand und unser Körperempfinden verlassen sollten, denn wir kennen uns selbst am besten. Sonst wird aus dem „Genuss“ schnell ein weiteres Gedankenverbot, von denen es offensichtlich schon zu viele gibt, um das Leben zu genießen.

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