Tee wird in Deutschland auch 2024 teurer

Die Preise für Tee sind im Vergleich zum Vorjahr erneut gestiegen. Auch mittelfristig sind die Preise wie in der Vergangenheit gestiegen. Sie liegen heute deutlich höher als vor vier Jahren. Das geht aus aktuellen Daten des Statistischen Bundesamtes hervor, die jetzt vorliegen. Der Teeguru bewertet die Entwicklung.

Tee ist seit Beginn des Jahrzehnts teurer geworden. Seit 2020 sind die Preise um 17,6 Prozent gestiegen. Damit liegt die Veränderung unter der allgemeinen Inflationsrate. Die Preise für Tee haben sich damit im Vergleich zu anderen Produkten des allgemeinen Warenkorbs relativ günstig entwickelt.

Teuerungsrate für Tee im Juli 2024

Auch im Vergleich zum Vorjahr ist Tee teurer geworden. Die Preise für „Tee und teeähnliche Waren“, wie es offiziell heißt, lagen im Juli 2024 um 4,6 Prozent höher als im gleichen Monat des Jahres 2023. Auf Jahressicht liegt die Teuerung damit über der allgemeinen Preissteigerung. Immerhin hat sich der Preisauftrieb zuletzt etwas abgeschwächt. Im Vormonat lag die Teuerungsrate für Tee noch bei 5,5 Prozent.

Tee mit besonders hoher Teuerung

Auch andere Nahrungsmittel sind im Vergleich zum Vorjahr teurer geworden, wenn auch zumeist nicht so stark wie die Kategorie Tee. Insgesamt verteuerten sich Kaffee, Tee und Kakao gegenüber dem Vorjahr um 2,1 Prozent.

Besonders hoch war die Teuerung in der Kategorie Kakaopulver und ähnliches. Hier erhöhten sich die Preise um 10,5 Prozent. Besonders günstig war die Entwicklung in der Unterkategorie Kaffee und Ähnliches, die sich nur um 1,2 Prozent verteuerte.

weit

Vergleich mit dem Verbraucherpreisindex

Um zu messen, wie stark die Preise im Durchschnitt steigen, hat das Statistische Bundesamt aus verschiedenen Waren und Dienstleistungen einen Warenkorb zusammengestellt. Dieser soll die Ausgaben eines durchschnittlichen Haushalts möglichst genau widerspiegeln. Im Jahr 2023 wurden beispielsweise rund 14,8 Prozent für Nahrungsmittel, Getränke und Tabakwaren ausgegeben. Entsprechend stark fließen diese Preise in die Inflationsrate ein.

Im Juli 2024 lag der so ermittelte Verbraucherpreisindex bei 119,8. Die Preise sind also seit 2020 um durchschnittlich 19,8 Prozent gestiegen, denn die Preise von 2020 wurden als Vergleichspreise festgelegt und erhielten den Indexwert 100.

Weltweit stabilere Entwicklung des Teepreises

Laut den Daten zeigt sich eine stabile Entwicklung im Durchschnittspreis von Tee im Welthandel. Im Juni 2024 wurde laut Statista ein Kilogramm Tee durchschnittlich mit rund 3,03 US-Dollar gehandelt. Dies entspricht einer moderaten Preisentwicklung im Vergleich zu den vorherigen Jahren.

Die Weltbank projiziert ein jährliches Umsatzwachstum von 6,18% für den globalen Tee-Markt von 2024 bis 2028, was einem Marktvolumen von 147,7 Milliarden Euro in 2028 entspricht.

Der Teeguru meint:

Klingt eigentlich nicht schlecht, wenn von einer „vergleichsweise günstigen Entwicklung zum allgemeinen Warenkorb“ berichtet wird. Man könnte meinen, dass wir für unser Lieblinsprodukt weniger Tief in die Tasche greifen mussten.

Das widerspricht dem Gefühl der meisten Verbraucher, die gerade bei den Spezialsorten, aber auch bei ganz normalen Mischungen oder Supermarktblends massive Preissteigerungen in Erinnerung haben. Gute English Breakfast Mischungen, die auf Qualitätstee statt unbekannte Beinischungssorten setzten, kosteten plötzlich mehrere Euro mehr. Spezialitäten  sind kaum noch unter 10 Euro zu finden.

Um das richtig zu verstehen muss man den dabei verglichenen „Warenkorb“ der Statisten anschauen: Viel Technik, im Verhältnis wenig Lebensmittel des täglichen Bedarfs. Er enthält nur etwas mehr als 14 Prozent Lebensmittel, dafür fast ein Drittel Wohnkosten und ein wachsender Teil Elektronik.

Einen Kühlschrank, den Gasvertrag oder einen Fernseher brauche ich aber nur alle paar Jahre. Lebensmittelkosten fallen dafür bei meinem frei verfügbaren monatlichen Geld deutlich mehr ins Gewicht, wenn Sie kontinuierlich über Jahre steigen.

Insofern ist der Gesamtwarenkorb kein guter Vergleichsfaktor, um den Teepreis danach auszurichten. Und die Teepreisentwicklung ist in den letzten 4 Jahren in der Tat rasant gewesen. Dazu braucht der passionierte Teeliebhaber keinen fiktiven Warenkorb des Statistischen Bundesamtes.

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