Teepflanze auf schwarzem Hintergrund mit grosser Wurzel

Ein Forschungsteam aus China hat in einer kürzlich veröffentlichten Studie in der Fachzeitschrift “Current Biology” gezeigt, dass es möglich ist, die Qualität von Tee zu verbessern, indem die Mikroben-Zusammensetzung an den Wurzeln verändert wird. Die Qualität des Tees wurde erhöht, indem die Pflanzen mehr Aminosäuren produzierten, was durch eine Manipulation des Stickstoff-Stoffwechsels erreicht wurde. Die Forschenden entwickelten eine künstliche Mikroben-Gemeinschaft und konnten so qualitativ minderwertigere Teesorten geschmacklich verbessern, auch wenn weniger Stickstoff im Boden vorhanden war.

Das Geschmacksprofil von Tee wird nach dieser Studie nicht nur durch die verschiedenen Teesorten, sondern auch durch das umgebende Bodenmilieu beeinflusst. So konnte man nachweisen, dass die in den Pflanzenwurzeln lebenden Bodenmikroben eine regulierende Rolle bei der Nährstoffaufnahme und dem Stoffwechsel spielen. Die Auswirkungen dieses Regulationsmechanismus auf die Teequalität sind jedoch noch unklar.

So konnte nachgewiesen werden dass ein Konsortium von Mikroben, das aus Teewurzeln isoliert wurde, die Ammoniakaufnahme verbessert und die Synthese von Theanin, einem Schlüsselfaktor für den Teegeschmack, erleichtert. Die Zusammensetzung der mikrobiellen Populationen, die Teewurzeln und die Rhizosphäre besiedeln, variiert je nach Jahreszeit und Teesorte. 

Durch den Vergleich der Wurzelmikroorganismen der Teesorte „Rougui“ mit hohem Theaningehalt mit denen der Teesorte „Maoxie“ mit niedrigem Theaningehalt konnte man eine spezifische Gruppe von Mikroben identifizieren, die möglicherweise den Stickstoffstoffmetabolismus verändern und damit den Theaningehalt im Tee beeinflussen. Deshalb konstruierte man in der Studie eine synthetische Mikrobengemeinschaft (SynCom), die die Zusammensetzung der Mikrobenpopulation in den Wurzeln von Rougui, der Teepflanze mit hohem Theaningehalt, widerspiegelt.

Bemerkenswerterweise führte die Anwendung der gezüchteten Mikrobengemeinschaft zu einer signifikanten Erhöhung des Theaningehalts von Teepflanzen und zu einer größeren Toleranz gegenüber Stickstoffmangel.

Unterschiedliche Theaningehalte in verschiedenen Teesorten

Der Theaningehalt, so schlussfolgern die Forscher, muss ein entscheidender Faktor für die Teequalität sein. Er wird sowohl von genetischen Faktoren als auch von der äußeren Umgebung beeinflusst.

Auch das deutsche Teeinstitut hat hierzu bereits eine lesenswerte Publikation veröffentlicht.

 
 

Der Teeguru meint:

Warum faszinieren mich solche Erkenntnisse so? Einfach deshalb, weil sie uns Teeliebhabern einmal mehr zeigen, dass Tee nicht nur eine Genuß- sondern auch eine Heilpflanze ist. Im menschlichen Körper spielen Aminosäuren in der modernen Medizin auch eine wichtige Rolle bei der Gesunderhaltung des Menschen. Letztlich gilt für uns wie für unsere geliebte Teepflanze: Wer das optimale Umfeld zum Entwickeln, zum Wachsen hat, der kann mit den besten Ergebnissen rechnen. Der holt aus sich und seiner Zeit das Beste heraus.

Und wer weiss: Vielleicht führen die Erkenntnisse ja außerdem zur Entwicklung geschmacklich neuer Sorten, die uns in Zukunft wieder neu begeistern werde

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