Matcha-Tee

Forscher der Nihon University School of Dentistry in Matsudo und des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten in Tokio haben herausgefunden, dass Matcha das Wachstum des schädlichen Bakteriums Porphyromonas gingivalis hemmt. Diese Erkenntnisse wurden 2024 in der Fachzeitschrift „Microbiology Spectrum“, einem Open-Access-Journal der American Society for Microbiology, veröffentlicht.

Parodontitis, eine entzündliche Zahnfleischerkrankung, wird durch Bakterien im Mundraum verursacht und kann in schweren Fällen zum Verlust von Zähnen führen. Besonders das Bakterium Porphyromonas gingivalis spielt eine zentrale Rolle, indem es widerstandsfähige Biofilme auf den Zahnoberflächen bildet und sich in den tiefen Taschen des Zahnfleisches vermehrt. Es gibt Hinweise, dass der Konsum von grünem Tee, und insbesondere Matcha, antibakterielle Eigenschaften besitzt, die helfen können, diese Bakterien zu bekämpfen.

In einer Reihe von In-vitro-Experimenten testeten japanische Forscher die Wirksamkeit einer Matcha-Lösung gegen 16 Arten oraler Bakterien, darunter drei Stämme von P. gingivalis. Die Ergebnisse zeigten, dass nahezu alle kultivierten P. gingivalis-Zellen innerhalb von zwei Stunden durch den Matcha-Extrakt abgetötet wurden, und nach vier Stunden keine Bakterien mehr lebten. Diese Ergebnisse deuten auf eine bakterizide Wirkung des Matcha hin.

Für eine klinische Folgestudie rekrutierten die Forscher 45 Personen, bei denen chronische Parodontitis diagnostiziert wurde. Die Teilnehmer wurden nach dem Zufallsprinzip in drei Gruppen aufgeteilt: Eine Gruppe erhielt eine Mundspülung mit Gerstentee, die zweite eine mit Matcha-Extrakt und die dritte eine medizinische Mundspülung, die zur Behandlung von Entzündungen eingesetzt wird. Nach einer zweiwöchigen Anwendung, bei der die Probanden zweimal täglich spülen sollten, wurden Speichelproben gesammelt und auf den P. gingivalis-Spiegel untersucht.

Die Analyse der Speichelproben ergab, dass die Patienten in der Gruppe, die das Matcha-Mundwasser verwendeten, eine signifikante Verringerung der P. gingivalis-Werte aufwiesen. Im Gegensatz dazu zeigten die anderen beiden Gruppen keinerlei signifikante Reduktion. Diese Ergebnisse unterstützen die potenziellen Vorteile von Matcha als Teil eines Behandlungsplans für Menschen mit Parodontitis und weisen darauf hin, dass das feine Grünteepulver eine vielversprechende Option zur Vorbeugung und Behandlung von Zahnfleischentzündungen darstellen könnte.

Der Teeguru meint:

Bahnbrechende neue Erkenntnisse oder In Vitro-Studie ohne Wert? In diesem Fall darf man von Ersterem ausgehen, denn was sicher bestätigt ist: Die Zahl der als krank machenden Bakterien der Art P. Gingivalis, die als Verursacher von Parodontose gelten, werden durch Matcha im Speichel offenbar wirklich massiv reduziert. Das ist eine großartige Erkenntnis der modernen Wissenschaft und beweist aus meiner Sicht einmal mehr, wie unschätzbar wertvoll unsere Tees und deren Inhaltsstoffe für die Gesunderhaltung des Menschen sind.

Was aber können wir als Teeliebhaber aus der Studie für unsere Gesundheit praktisch mitnehmen? Ab da wird es schon etwas schwieriger. Denn was wurde konkret gemacht? Man hat den Probanden Mundwasser gegeben, das mit einer Konzentration von 10 mg pro ml Matcha angereichert war. Das durfte sich jeder zweimal täglich selbst mischen. Am Ende der 8-monatigen Testzeit stand das entsprechende Ergebnis fest.

Das Problem: Es gibt aktuell keine kommerziell erhältlichen Mundwässer mit Matcha. Und ob es ausreicht, reines Matchapulver zweimal täglich zu gurgeln, kann man anhand der Studie leider nicht sagen.

Damit blöeibt für Teeliebhaber erstmal die grundlegende Erkenntnis, dass wir jetzt auch medizinisch davon ausgehen dürfen, dass Matcha-Tee bei Parodontose hilft. Bis es allerdings erste passende Mündspülungen dafür gibt, können wir entweder zweimal täglich auf Verdacht gurgeln oder einfach mit einem guten Gefühl unsere japanischen Lieblingstees trinken. Mit dem Wissen, dass die Wissenschaft wieder etwas zum Thema Tee herausgefunden hat, was wir schon lange ahnten: Tee ist Leben und Leidenschaft.

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