Butterfly Pea Tee, auch „blauer Tee“ genannt, ist weit mehr als nur ein Instagram-Trend. Als der Teeguru vor einigen Jahren in Thailand zum ersten Mal eine Tasse dieses intensiven Blaus vor sich stehen hatte, war er zunächst skeptisch. Zu schön, zu spektakulär – und dann der Geschmack? Erdig, mild, fast holzig. Kein Sirup, kein künstlicher Cocktail. Sondern ein echter Kräutertee mit Charakter.
Heute ist Butterfly Pea Tea (wissenschaftlich Clitoria ternatea, auch Schmetterlingserbse oder Schamblume) einer der interessantesten Tees der letzten Jahre – nicht nur wegen seiner magischen Farbwechsel, sondern auch wegen einer wachsenden Zahl an Studien zu Antioxidantien, Gehirnleistung und Blutzucker.
Was ist Butterfly Pea Tea eigentlich?
Die Schmetterlingserbse ist eine Rankpflanze aus der Familie der Hülsenfrüchtler. Ihre leuchtend blauen Blüten werden morgens geerntet und in der Sonne getrocknet. Die Blüten halten nur etwa 24 Stunden – die Ernte erfordert also echte Sorgfalt.
Ursprünglich stammt die Pflanze wahrscheinlich aus Afrika und Indien, bevor sie sich in Südostasien ausbreitete. In der ayurvedischen Tradition wird sie seit Jahrhunderten als „Shankhapushpi“ geschätzt – vor allem zur Unterstützung von Gedächtnis und geistiger Klarheit.
Der Tee ist komplett koffeinfrei und gehört zu den Kräutertees.
Der berühmte Farbwechsel – warum wird der Tee lila?
Die intensive blaue Farbe kommt von besonderen Anthocyanen, den sogenannten Ternatinen. Diese Pigmente reagieren empfindlich auf den pH-Wert:
- Blau – im natürlichen, leicht sauren bis neutralen Aufguss
- Lila bis Pink – sobald du Zitronensaft oder Limette hinzugibst
- Rötlich – mit Hibiskus
- Grau-grünlich – mit hartem Mineralwasser (nicht empfehlenswert)
Genau diese Eigenschaft macht Butterfly Pea Tea so beliebt für Eistees, Lattes und Cocktails. Und ja: Der Farbwechsel ist jedes Mal wieder faszinierend.
Zubereitung – so gelingt der perfekte Aufguss
Klassische Heißzubereitung:
5–10 getrocknete Blüten pro Tasse (ca. 200–250 ml) mit 90–95 °C heißem Wasser übergießen und 5–8 Minuten ziehen lassen.
Tipps vom Teeguru:
- Nicht kochend heiß aufgießen – die empfindlichen Anthocyane leiden darunter.
- Für intensivere Farbe etwas länger ziehen lassen oder mehr Blüten verwenden.
- Traditionell thailändisch: Mit Palmzucker und Limette auf Eis servieren.
- Modern: Als Blue Latte mit Hafer- oder Mandelmilch und einem Schuss Honig.
Geschmack: Mild, erdig, leicht holzig – eher wie ein feiner grüner Tee oder ein sehr dezenter Kräutertee. Kein süßlicher Cocktailgeschmack. Wer intensive Aromen erwartet, wird enttäuscht. Wer subtile Tees schätzt, wird ihn lieben.
Was sagt die Wissenschaft 2025/2026?
Die Forschung zu Clitoria ternatea hat in den letzten Jahren deutlich zugelegt. Die meisten Studien sind noch präklinisch (Zell- und Tierversuche), es gibt aber inzwischen auch erste Humanstudien.
1. Starkes Antioxidans & Zellschutz
Die Blüten sind reich an Polyphenolen und den speziellen Anthocyanen (Ternatinen). Mehrere Reviews aus 2025 und 2026 bestätigen eine hohe antioxidative Kapazität und entzündungshemmende Wirkung.
2. Unterstützung der Gehirnleistung (Nootropikum)
In der ayurvedischen Tradition steht Butterfly Pea seit Langem für Gedächtnis und mentale Klarheit. Moderne Untersuchungen (u. a. 2025) zeigen, dass Extrakte Acetylcholinesterase und Butyrylcholinesterase hemmen können – Enzyme, die bei der Alzheimer-Forschung eine Rolle spielen. In Tierversuchen verbesserte die Kombination aus Blüten- und Wurzelextrakt das Erinnerungsvermögen. Humanstudien fehlen hier noch weitgehend.
3. Blutzucker & Stoffwechsel
Eine kleine Humanstudie zeigte, dass Butterfly-Pea-Extrakt zusammen mit Zucker den Anstieg von Blutzucker und Insulin dämpfen kann. Weitere Arbeiten deuten auf positive Effekte bei oxidativem Stress bei Typ-2-Diabetikern hin. Vielversprechend – aber noch keine Wunderwaffe.
4. Haut & Anti-Aging
Topische Anwendungen von Butterfly-Pea-Extrakt konnten in Studien die Hautfeuchtigkeit deutlich steigern und Collagenase hemmen (das Enzym, das Kollagen abbaut). Neuere Arbeiten (2026) untersuchen auch den Schutz vor Feinstaub-bedingtem oxidativem Stress der Haut.
5. Weitere beobachtete Wirkungen
- Leichte blutdrucksenkende und gefäßerweiternde Effekte (tierisch)
- Antimikrobielle Eigenschaften
- Mögliche Unterstützung bei Haarwachstum durch bessere Durchblutung der Kopfhaut (vor allem traditionell und anekdotisch)
Wichtig: Viele der gesundheitlichen Effekte sind bisher vor allem in Zell- und Tierversuchen gut belegt. Die klinische Datenlage beim Menschen ist noch dünn. Butterfly Pea Tea ist kein Medikament.
Sicherheit & Nebenwirkungen
In üblichen Teemengen gilt Butterfly Pea als sehr gut verträglich. In Sicherheitsbewertungen (u. a. JECFA) wurden hohe No-Observed-Adverse-Effect-Level festgestellt. In den vorliegenden Humanstudien traten keine relevanten Nebenwirkungen auf.
Anekdotisch berichten einzelne Personen bei sehr hohen Mengen von leichten Magen-Darm-Beschwerden. Schwangere, Stillende und Menschen mit Vorerkrankungen sollten wie bei jedem Kräutertee Rücksprache mit dem Arzt halten.
Wo bekomme ich guten Butterfly Pea Tea?
Achte auf:
- Ganze, tiefblaue getrocknete Blüten (nicht pulverisiert und grau)
- Möglichst aus kontrolliertem Anbau
- Frische (die Farbe lässt mit der Zeit nach)
Im Reformhaus, in guten Teefachgeschäften und online (z. B. über Amazon) ist er inzwischen problemlos erhältlich. Früher gab es in Deutschland immer wieder Zoll- und Novel-Food-Diskussionen – das hat sich in der Praxis weitgehend entspannt.
Häufige Fragen (FAQ)
Ist Butterfly Pea Tea wirklich koffeinfrei?
Ja, komplett.
Kann ich ihn täglich trinken?
In normalen Mengen (1–3 Tassen) spricht aus heutiger Sicht nichts dagegen.
Schmeckt er wie grüner Tee?
Ähnlich mild und erdig, aber ohne die typische grüne Frische. Eher holzig-erdig.
Funktioniert der Farbwechsel auch mit Zitronensäure oder anderen Säuren?
Ja, jede Säure (Zitrone, Limette, Apfelessig in sehr geringer Menge) löst den Wechsel aus.
Der Teeguru meint:
Butterfly Pea Tea ist einer der wenigen Tees, bei denen man wirklich „Wow“ sagt, bevor man den ersten Schluck nimmt. Die Farbe ist magisch, der Geschmack angenehm unaufdringlich und die wissenschaftliche Grundlage wird von Jahr zu Jahr solider. Er ersetzt keinen grünen Tee und keinen guten Darjeeling – aber er erweitert das Spektrum auf wunderbare Weise. Für alle, die Tee nicht nur trinken, sondern auch erleben wollen, gehört er in den Schrank. Am besten mit einer guten Zitrone daneben.
Hast du schon Erfahrungen mit dem blauen Zaubertee gemacht? Schreib es gerne in die Kommentare – der Teeguru liest mit.