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In einer Welt, in der die Liebe zum Tee nicht nur eine Leidenschaft, sondern eine Lebensart ist, hat der Tea Summit 2024 deutschsprachige Teeliebhaber aus allen Ecken des Globus in einer einzigartigen, virtuellen Versammlung zusammengebracht. Vom 14. bis 17. November öffnete dieses Online-Event seine virtuellen Türen, um ein breites Publikum in die faszinierende Welt des Tees einzuführen. Kostenlos und zugänglich für jeden, der Interesse hat, bot der Summit eine Plattform, um Wissen und Erfahrungen auszutauschen, die Teekultur zu zelebrieren und die vielfältigen positiven Wirkungen von Tee auf Körper und Geist zu beleuchten. Unterstützt von Sponsoren und präsentiert von der renommierten Teemeisterin Ye Ming aka Inga Krämer und Thomas Langnickel-Stiegler, Tee-Experte & Markenberater, war dieses Event ein Muss für jeden, der seine Liebe zum Tee vertiefen wollte. Der Teeguru gibt einen Einblick in die spannendsten Vorträge.

Der „Tea Summit 2024“ deckte wahrlich ein breites Spektrum an Themen ab, die von Tee-Anbau und -Verarbeitung bis hin zu Tee-Trends und Innovationen reichten. Teilnehmer hatten die Chance, tief in die Welt des Tees einzutauchen, von der richtigen Auswahl und Nutzung von Tee-Accessoires bis hin zur Entdeckung, wie die Qualität des Wassers den Teegeschmack beeinflusst. Experten aus der Branche teilten ihr Wissen über die Zusammenstellung eines vielfältigen Tee-Sortiments und wie man Kunden für spezielle Tee-Sorten begeistern kann. Darüber hinaus gab es inspirierende Einblicke in die kulturelle Bedeutung von Tee und wie er neue Perspektiven eröffnen kann.

 Eine kleine Nachlese über die interessantesten Meetings während des Summits 2024

Chaga – die Kraft des Finnischen Waldes Sanja Salonen

Die finnische Expertin Sanja Salonen berichtete über das faszinierende, teeähnliche Getränk „Chaga“. Nie gehört? Dieses besondere Getränk, auch bekannt als das „schwarze Gold“ aus den finnischen Wäldern, hat Sanja in ihrem Leben begleitet und sie möchte ihre Leidenschaft und das Wissen darüber mit einem breiteren Publikum teilen. Sanja, die einen Hintergrund in der Palliativpflege und Psychosomatik hat, beschreibt den Chaga als ein kraftvolles Naturprodukt, das nicht nur gesundheitliche Vorteile bietet, sondern auch tief in der finnischen Kultur verwurzelt ist.

Wir erfahren mehr über die Herkunft des Chaga-Pilzes, der an Birken wächst und in der finnischen Tradition mit Respekt und Achtsamkeit gesammelt wird. Sanja betont die Bedeutung eines respektvollen Umgangs mit der Natur und die Verantwortung, die damit verbunden ist, diesen wertvollen Pilz in einer nachhaltigen Weise zu nutzen. Der Chaga wird als entzündungshemmendes Superfood beschrieben, das das Immunsystem besonders in der kälteren Jahreszeit unterstützt. Er kann als Tee, Tinktur, in Kosmetik und zur Räucherung verwendet werden Dabei kommt auch die Zubereitung zur Sprache, die vorsichtig erfolgen muss, um die wertvollen Inhaltsstoffe zu erhalten.

Zusätzlich zu den gesundheitlichen Vorteilen wird die kulturelle Bedeutung des Chaga hervorgehoben. Sanja teilt persönliche Erlebnisse und Traditionen aus Finnland, in denen dieser Pilz nicht nur als Getränk, sondern auch in Form von Tinkturen und sogar in der Hautpflege verwendet wird. Die beiden Frauen diskutieren auch über den Geschmack des Chaga, der erdig und zentrierend ist, und geben Tipps zur Zubereitung und Verwendung, um das Erlebnis des Chaga-Trinkens zu bereichern.

Die Deutsche Teezeremonie (Horst Hiller, Teekontor Bremen)

Hiller führt die Teilnehmer in die faszinierende Welt der ostfriesischen Teezeremonie ein. Geboren und aufgewachsen in Ostfriesland, teilt er seine Leidenschaft und tiefe Verbundenheit mit dem Tee, der in seiner Heimat eine unvergleichliche Rolle spielt. Schon als Kind war Tee ein zentraler Bestandteil seines Lebens, und diese Tradition begleitet ihn bis heute in seinem Beruf als Merchandiser und Filialleiter in einem Teegeschäft in Bremen. Hiller erklärt dem Rest der Republik, dass die Ostfriesen im Durchschnitt über 2,6 Kilogramm Tee pro Person jährlich konsumieren, was im Vergleich zu anderen Regionen Deutschlands eine beeindruckende Zahl ist.

Im Verlauf des Webinars wird deutlich, dass die ostfriesische Teezeremonie nicht nur eine kulturelle Praktik, sondern auch eine Art des sozialen Miteinanders ist. Der kernige Ostfriese erklärt, dass Tee das ganze Jahr über getrunken wird und oft mehrere Male am Tag, wobei die Zeremonie eine Gelegenheit bietet, in geselliger Runde zu entspannen und miteinander zu plaudern. Besonders betont er die Symbolik hinter den einzelnen Handgriffen und der Zubereitung des Tees, die sich als Metapher für das Leben und die zwischenmenschlichen Beziehungen verstehen lässt.

Die Zeremonie selbst folgt einem speziellen Ritual, bei dem der Tee stark aufgebrüht wird. Herr Hillers erklärt, dass die ostfriesische Tradition das Hinzufügen von Sahne und Zucker umfasst, wobei die Sahne gegen den Uhrzeigersinn eingegossen wird – eine Geste, die die Zeit verlangsamen soll. Diese Achtsamkeit und Ruhe, die während der Zeremonie herrscht, wird als essenziell für das Genießen des Tees und des Moments angesehen. Abschließend gab er praktische Tipps zur Teezubereitung und unterstreicht die Bedeutung der richtigen Teequalität, der Kluntje (Zucker) und der Sahne, um eine authentische ostfriesische Teezeremonie zu erleben.

Auch aufgrund von Hillers Persönlichkeit ein tiefer Einblick in die ostfriesische Teekultur, der auch zeigt, wie das Ritual des Teetrinkens die Menschen verbindet und die Werte von Gemeinschaft und Tradition bewahrt.

Einführung in die japanischen Tees (Oliver Stärkle, NioTea)

Oliver Stärkle, ein Schweizer mit einer Leidenschaft für Tee, begann seine Reise im Jahr 2015, als er Japan besuchte, um mehr über die vielfältigen Sorten des japanischen Grüntees zu lernen. Inspiriert von seiner damaligen Freundin, die Tee aus Japan mitgebracht hatte, stellte er fest, dass die Qualität und die unterschiedlichen Sorten von japanischem Grüntee ihm in den Teeläden Europas leider oft unzureichend erklärt wurden. 

Dies führte dazu, dass er sich intensiv mit den Anbau- und Produktionsmethoden des Tees auseinandersetzte, insbesondere mit dem Fokus auf biologisch angebaute Tees, die ohne den Einsatz von Pestiziden oder Chemikalien hergestellt werden.

Ein zentraler Punkt in Olivers Vortrag war die Bedeutung des Bio-Anbaus, die er durch seine Erfahrung auf der Insel Yakushima verdeutlichte. Diese Insel, bekannt für ihre atemberaubende Natur und einen nachhaltigen Lebensstil, bot ihm die Möglichkeit, lokale Teebauern wie Herrn Sakamoto zu treffen. Sakamoto, der Präsident der Bio-Assoziation in Kyushu, erzählte ihm von seinem über 40-jährigen Weg zur Bio-Zertifizierung und den Herausforderungen, die mit dem Wechsel von konventionellem zu biologischem Anbau verbunden sind.

Diese persönlichen Geschichten und die tiefen Einblicke in die Anbaumethoden trugen dazu bei, Olivers Mission zu bekräftigen, die besten Bio-Grüntees zu finden und diese mit der Welt zu teilen.

Im Webinar wurden verschiedene Sorten japanischen Grüntees vorgestellt, darunter Gyokuro, Sencha, Genmaicha und Matcha. Oliver erläuterte die besonderen Merkmale jeder Sorte, angefangen bei den geschmacklichen Unterschieden bis hin zu den spezifischen Zubereitungsmethoden. Gyokuro beispielsweise wird durch eine spezielle Schattierungstechnik hergestellt und hat einen einzigartigen Umami-Geschmack, während Sencha der am häufigsten konsumierte Tee in Japan ist. 

Genmaicha, eine Mischung aus grünem Tee und geröstetem Reis, hat eine interessante Geschichte und wird oft als „Popcorn-Tee“ bezeichnet. Schließlich kam Oliver auch auf den Matcha zu sprechen, der als gemahlener Grüntee eine besondere Zubereitungsart hat und reich an Nährstoffen ist.

Oliver ermutigte die Zuhörer, sich näher mit japanischem Grüntee auseinanderzusetzen und die Vielfalt dieser traditionell hergestellten Getränke zu erkunden. Abschließend wies er darauf hin, dass interessierte Teeliebhaber auf der Website von Nio Tees weitere Informationen und Teesorten finden können.

Teeanbau in Portugal Elke Werner vom Teerausch

In diesem spannenden Webinar diskutieren die Gastgeber Thomas und Elke Werner über die faszinierende Welt des Tees aus Portugal. Elke, die Gründerin von Teerausch und eine Expertin für die Herstellung von japanischen und portugiesischen Tees, gibt den Zuschauern einen tiefen Einblick in die verschiedenen Facetten des Teeanbaus und der Teeverarbeitung. Sie erzählt von ihrer Leidenschaft für Tees, die in ihrem Teegarten in der Nähe von Porto produziert werden, und teilt ihre Erfahrungen aus jahrelanger Arbeit mit ihrer Produktionspartnerin Nina. 

Auf einem Hektar Land in der Nähe von Porto wachsen beeindruckende 12.000 Teepflanzen – ein wahrhaft grünes Paradies! Die maritime Lage und die perfekten Bodenbedingungen schaffen ein Terroir, das es ermöglicht, Tees von außergewöhnlicher Qualität zu produzieren.

Ein zentrales Thema des Webinars ist die Zubereitung und Verkostung der Tees. Elke beginnt mit dem ersten Tee, dem „Kintsugi-Cha“, der als erste Ernte eines Jahres gilt. Die beiden Protagonisten diskutieren die unterschiedlichen Zubereitungsmethoden, die sie für den Tee verwenden, und betonen, wie wichtig es ist, mit den Parametern wie Temperatur und Ziehzeit zu experimentieren. Diese Flexibilität im Umgang mit Tees, die unterschiedliche Geschmäcker und Nuancen hervorbringen kann, spiegelt die Philosophie der beiden wider, die sowohl im Alltagsleben als auch bei besonderen Anlässen eine Rolle spielt.

Ein weiteres Highlight des Webinars ist die Erörterung der Herausforderungen und Chancen, die mit dem Teeanbau in Portugal verbunden sind. Elke beschreibt, wie das Klima und die Bodenbedingungen in der Region ideal für den Anbau von Teepflanzen sind und wie sie und ihr Team die Herausforderungen des Bioanbaus und der Permakultur meistern. Der Anbau von Teepflanzen in Europa eröffnet spannende Möglichkeiten, und Elke ist sich sicher, dass in den kommenden Jahren immer mehr Projekte in dieser Richtung entstehen werden. Sie ermutigt die Zuschauer, sich die Zeit zu nehmen, um die Vielfalt der europäischen Teekultur zu entdecken und sich mit der Geschichte und den Geschichten hinter den Tees vertraut zu machen.

Der Teeguru höchstselbst konnte sich im Sommer dieses Jahres bei einer seiner „fliegenden Teppich-Touren“ ein spannendes Bild vom Anbau vor Ort machen. Die Plantage steht auf einem ehemaligen Weingut, zahlreiche Bauten erinnern an die ehemalige Traubenkultur. Der ganze Landsitz strömt ein außergewöhnliches Flair aus, dem man sich kaum entziehen kann. Ein Bericht hierzu wird bald folgen.

Insgesamt vermittelte das Webinar nicht nur Wissen über die Teekultur, sondern auch eine tiefe Wertschätzung für die Handarbeit und die Traditionen, die insbesondere in Europa mit dem Teeanbau verbunden sind.

Vom Strauch in die Tasse – Taiwan Tees (Jose T Ellena, Yang Tea Taiwan)

„Let me take you on a sensory adventure that transcends borders—straight to Taiwan’s lush tea fields!“

In a recent, ein fesselndes Webinar. Der leidenschaftliche Teemeister José Ellena enthüllte die faszinierende Welt des taiwanesischen Tees.

Wusstest du, dass Taiwan über vier Hauptteeregionen verfügt, jede mit ihren einzigartigen Spezialitäten? Vom Nordtaiwan mit fünf exquisiten Teesorten bis hin zu Zentraltaiwan, dem Herzstück der Teeproduktion – hier entfaltet sich eine Geschmacksvielfalt, die ihresgleichen sucht!

Hochland-Tee? Ein wahres Meisterwerk! Über 1.000 Meter hoch, wo die Pflanzen langsamer wachsen und die Aromen sich in einem Tanz der Komplexität entfalten. José betonte die Rolle der Höhe, der Nährstoffaufnahme und der handwerklichen Techniken, die diesen Tee so besonders machen.

Wusstest du, dass der Röstprozess einst zur Konservierung diente? Heute wird er zum Verfeinern und Altern von Oolong-Tees eingesetzt, um Geschmäcker zu intensivieren.

Doch der Schlüssel zur perfekten Teeproduktion liegt in der Welkphase. Dieser kritische Schritt wird vollständig durch die Sinne der Teemeister gesteuert. Es ist ein intuitiver, fast magischer Prozess!

José empfahl auch, die kleinen Produzenten zu unterstützen. Lass dich nicht nur von Bio-Zertifizierungen leiten—erlebe den Tee selbst! Es ist eine Einladung, in die Seele des taiwanesischen Tees einzutauchen.

Für alle, die neu in der taiwanesischen Teekultur sind, empfahl er drei Einstiegstees: den Hochland-Oolong, den Rot-Oolong und den Vier-Jahreszeiten-Oolong.  Jeder Schluck ist eine Reise, ein Erlebnis!

Wassersensorik – Das Wasser machts (Yetkin Demirbas, Fa.Brita)

Haben Sie sich jemals gefragt, was den perfekten Tee ausmacht? Es sind nicht nur die Blätter oder die Teekanne. Yetkin Demirbaş, Sensoriker bei Brita, erläuterte in einer lebhaften Diskussion mit Moderator Thomas, was Wassersensorik bedeutet und welche Rolle unsere Sinne dabei spielen. Besonders betont wird, dass Sensorik die Wissenschaft der menschlichen Sinne ist und wie wichtig es ist, diese Sinne zu trainieren, um Wasser und andere Getränke korrekt wahrnehmen und beschreiben zu können.

Jedkin führt aus, dass Geschmack und Geruch oft subjektiv sind und jeder Mensch unterschiedliche Assoziationen mit Aromen hat. Deshalb ist es entscheidend, ein einheitliches Vokabular zu entwickeln, um objektiv über Geschmäcker kommunizieren zu können. Die Diskussion widmet sich besonders dem Einfluss von Wasser auf die Qualität von Tee und anderen Getränken. Mit praktischen Beispielen demonstriert Yetkin, wie unterschiedliche Wasserqualitäten die Extraktion von Aromen und die sensorische Wahrnehmung von Getränken beeinflussen können.

Der Sensoriker erklärte auch, dass die Wahl des Wassers von großer Bedeutung ist, um die bestmögliche Teequalität zu erreichen. Weiches, gefiltertes Wasser wird als optimale Lösung empfohlen, da es die richtigen Mineralien enthält, die notwendig sind, um die Aromen des Tees zur Geltung zu bringen. Der spannende Austausch und die anschaulichen Experimente zeigen deutlich, dass Wasser weit mehr ist als nur ein Träger für Geschmack; es ist ein entscheidender Faktor für die gesamte sensorische Erfahrung des Trinkens.

Der Teeguru meint: Normalerweise müsste man alle Seminare vorstellen, so spannend und umfangreich war der diesjährige Tea Summit. Da haben Ye Ming und Thomas Langnickel-Stiegler gemeinsam mit viel Leidenschaft, Zeit und Sponsoren etwas besonderes auf die Beine gestellt: Eine volldigitale Veranstaltung, die sich ausschließlich unserem geliebten Tee widmete – welch ein Genuß!

Großartige Vorträge, Seminare, mit Herzblut moderiert und vorgetragen, was will man als Teefreund mehr. Da jeder der beiden sowohl privat als auch beruflich viel um die Ohren hat, kann man den beiden für den Aufwand, der sicher in keinem Verhältnis zu einem finanziellen Ertrag steht, nur danken. 

Möglicherweise kann aus dem Tea Summit noch deutlich mehr wachsen. Vielleicht kann er sich als der deutsche Teekongreß entwickeln, den es so in einer bundesweiten Form noch nicht gibt. Der Teeguru bleibt gespannt dabei und sagt Danke für die tollen Vorträge aus aller Welt.

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