{"id":2154,"date":"2024-07-18T19:00:00","date_gmt":"2024-07-18T17:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/teeguru.net\/?p=2154"},"modified":"2024-07-10T14:50:11","modified_gmt":"2024-07-10T12:50:11","slug":"teestunde-claire-goll","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/teeguru.net\/en\/teestunde-claire-goll\/","title":{"rendered":"Teestunde: Claire Goll"},"content":{"rendered":"\t\t<div data-elementor-type=\"wp-post\" data-elementor-id=\"2154\" class=\"elementor elementor-2154\" data-elementor-post-type=\"post\">\n\t\t\t\t\t\t<section class=\"elementor-section elementor-top-section elementor-element elementor-element-a363a71 elementor-section-boxed elementor-section-height-default elementor-section-height-default\" data-id=\"a363a71\" data-element_type=\"section\" data-e-type=\"section\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-container elementor-column-gap-default\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-column elementor-col-100 elementor-top-column elementor-element elementor-element-2532b31\" data-id=\"2532b31\" data-element_type=\"column\" data-e-type=\"column\">\n\t\t\t<div class=\"elementor-widget-wrap elementor-element-populated\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-6308943 elementor-widget elementor-widget-heading\" data-id=\"6308943\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"heading.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t<h2 class=\"elementor-heading-title elementor-size-default\">Teestunde: Claire Goll<\/h2>\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/section>\n\t\t\t\t<section class=\"elementor-section elementor-top-section elementor-element elementor-element-9403dda elementor-section-boxed elementor-section-height-default elementor-section-height-default\" data-id=\"9403dda\" data-element_type=\"section\" data-e-type=\"section\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-container elementor-column-gap-default\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-column elementor-col-100 elementor-top-column elementor-element elementor-element-f2d28b4\" data-id=\"f2d28b4\" data-element_type=\"column\" data-e-type=\"column\">\n\t\t\t<div class=\"elementor-widget-wrap elementor-element-populated\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-85d7124 elementor-widget elementor-widget-text-editor\" data-id=\"85d7124\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"text-editor.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<p>Der Apotheker Diot hat sich entschuldigt ob der Geruchlosigkeit des Pr\u00e4parats. Er w\u00e4re schon etwas alt, hat er erkl\u00e4rt, nach einigen Monaten verfl\u00fcchtige sich der Geruch, aber das tue der Wirksamkeit nicht den geringsten Abbruch; ganz genau diese Worte hat er gebraucht: Der Wirksamkeit nicht den geringsten Abbruch.\u00a0<\/p><p>Einige Tropfen in den Tee und und was? Sie wirft sich auf ihr Bett, versteckt ihr Gesicht in dem weichen Wei\u00df der Kissen. Wie kommt sie darauf? Sie, Susanne, die noch nie einer M\u00fccke etwas zuleid getan hat. Ihre Antipathien sind immer nur bis zum Wunsch gegangen. Sie hat einmal ihrem Vormund, ein andermal Frau Emery den Tod gew\u00fcnscht. Dem Vormund vielleicht sogar mehrere Male.\u00a0<\/p><p>Sie will ganz ehrlich mit sich selbst sein. Er hatte ihr auch wirklich viel Ungerechtigkeit widerfahren lassen. Aber damals war sie noch ein kleines M\u00e4dchen gewesen. Kinder sind grausam ohne es zu wissen. Jetzt aber, als erwachsener Mensch, bewu\u00dft an einem anderen Wesen einen Mord zu begehen? Ah, was f\u00fcr ein Wort! Wozu diese theatralische Bezeichnung f\u00fcr eine so einfache Handlung, die darin besteht, einige Tropfen ei- ner Fl\u00fcssigkeit in eine Tasse\u00a0<a href=\"https:\/\/teeguru.net\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Tee<\/a> zu sch\u00fctten. [&#8230;]<\/p><p>Der Tee sieht besonders dunkel in dem opalenen Glas aus, das einen milchigen Widerschein auf die Fl\u00fcssigkeit wirft.<\/p><p>Malou bekommt ganz hellen Tee, sagt Susanne, als sie die drei in der K\u00fcche vorbereiteten Tassen auf dem Servierbrett hereintr\u00e4gt. Die Unsicherheit ihrer H\u00e4nde ist so stark, da\u00df das Brett schaukelt und der Tee \u00fcberschl\u00e4gt und in die Unterteller tr\u00f6pfelt. Ihre Angst, die Tassen zu verwechseln, ist ma\u00dflos.<\/p><p>Wieviel Zucker, Gaby? Noch einen, noch einen, fleht sie f\u00f6rmlich. Und etwas Milch, nicht wahr? Ein eventueller verd\u00e4chtiger Geschmack wird durch den Zucker vers\u00fc\u00dft, die Milch aber macht den Tee wolkig, so da\u00df Gaby nicht auf den Grund der Tasse sehen kann, und Susanne f\u00fcrchtet ja so sehr, da\u00df eine Tr\u00fcbung, ein Niederschlag auff\u00e4llt. Die krankhafte Zwangsvorstellung, sich in den Tassen geirrt zu haben, \u00fcberf\u00e4llt sie. Nur nicht die falsche Tasse vor das Kind hinstellen, hat sie in der K\u00fcche unausgesetzt gedacht.\u00a0<\/p><p>Es ist um so schwerer, die Tassen auseinanderzuhalten, als sich diese verdoppelt haben. Aus dreien sind sechs geworden. Und das kommt daher, da\u00df sich die Vision von der teetrinkenden Gaby, die sie seit zwei Tagen und N\u00e4chten verfolgt, zwischen sie und die wirkliche Gaby schiebt. Und wie verschieden die beiden auch voneinander sind, sie sehen sich doch zum Verwechseln \u00e4hnlich. Ganz genau so hatte die Gaby ihrer verbrecherischen Tr\u00e4ume die Finger an den Henkel gelegt wie jetzt die echte. Gaby, das Kind, die Tassen, alles ist noch einmal da, und darum ist es nur zu leicht m\u00f6glich, da\u00df sie sich geirrt hat. Und wenn sie sich auch nicht geirrt hat, man mu\u00df auf unvor gesehene Zuf\u00e4lle gefa\u00dft sein.\u00a0<\/p><p>Malou kann pl\u00f6tzlich aus Versehen die Tasse der Mutter nehmen. Vielleicht auch bittet sie diese, wenn sie schon ausgetrunken &#8211; Kinder trinken schnell und gierig &#8211; ihr noch einen Schluck aus ihrer Tasse abzugeben. Das Kind ist gewi\u00df durstig. Es hat so viel s\u00fc\u00dfe Kuchen gegessen. Es hei\u00dft aufpassen, ihm schnell wieder neuen Tee einschenken. Und w\u00e4hrend Susannes metallener Blick wie gebannt an Gaby h\u00e4ngt, die eben ihre Tasse an die Lippen setzt, gibt sie ihr die besten, uneigenn\u00fctzigsten Ratschl\u00e4ge zur F\u00f6rderung ihres Gesch\u00e4fts. Sie hat aus dem Buchladen die neuesten Nummern der Pariser Modezeitschriften mit heraufgenommen. Beide sitzen nun so eng, als l\u00e4ge nicht eine Gruft in des Wortes wahrster Bedeutung zwischen ihnen.<\/p><p>Ich w\u00fcrde die neuen wei\u00dfen Filzh\u00fctchen mit schwarzen Pleureusen und Hahnenfedern garnieren, Gaby. Es scheint ihr, als w\u00e4ren Tage, Wochen vergangen, seit Gaby den Tee zu sich genommen hat, als w\u00e4re sie gealtert. Nicht mehr dreiundzwanzig Jahre alt, sondern eine Greisin, die die tragischsten Augenblicke ihres Lebens l\u00e4ngst hinter sich hat. Und doch steht ihr das Schlimmste noch bevor. Werden sich die Folgen bald bemerkbar machen oder sp\u00e4ter? Sie mu\u00df Gaby dazu bringen, sich schnell zu verabschieden.<\/p><p><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Claire_Goll\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Claire Goll<\/a><\/p>\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/section>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Teestunde: Claire Goll Der Apotheker Diot hat sich entschuldigt ob der Geruchlosigkeit des Pr\u00e4parats. 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